Küssende Gurami Haltung ist für viele Aquarianer besonders spannend, denn kaum ein anderer Fisch zeigt ein so außergewöhnliches Verhalten: Die Männchen „küssen“ sich scheinbar – in Wirklichkeit handelt es sich dabei um Revierkämpfe, die aber meist harmlos verlaufen. Als exotisches Haustier sind Küssende Guramis friedliche und robuste Aquariumbewohner, die mit ihrer einzigartigen Art alle Blicke auf sich ziehen.

In diesem Beitrag erfährst du alles über die artgerechte Küssende Gurami Haltung: von den idealen Wasserwerten über Futter und Pflege bis hin zu Kaufempfehlungen. Außerdem beleuchten wir spannende Fakten rund um das Verhalten dieser faszinierenden Labyrinthfische, die im Aquarium echte Charaktertiere sind.

Allgemeine Infos

FachnameHelostoma temminckii
Größebis 30 cm (im Aquarium meist 15–20 cm)
Lebenserwartung8–10 Jahre
ungefähre Kosten im Jahrca. 100-200 € (Futter, Strom, Ersatzteile)
Anschaffungskostenca. 200-400 € (Tier, Becken, Technik, Einrichtung)
Wo kann man das Tier kaufen?Zoofachhandel, Süßwasser-Aquaristikshops, Züchter, Online-Aquaristikversand
FutterAllesfresser: Pflanzen, Algen, Flockenfutter, Frost- und Lebendfutter

Erstaustattung Küssende Gurami Haltung

Aquarium

Küssende Guramis werden groß und brauchen viel Platz. Ein Becken ab 200 Litern ist Pflicht, besser sogar 300 Liter.

Technik

Küssende Gurami Technik
Küssende Gurami Filter

Ein leistungsstarker Filter sorgt für klares Wasser und stabile Werte.

Küssende Gurami LED
Küssende Gurami Beleuchtung

Eine Beleuchtung ist für das Wachstum der Pflanzen wichtig.

Einrichtung

Küssende Gurami Bodengrund
Küssende Gurami Bodengrund

Für Guramis eignet sich feiner Kies oder Sandboden.

Küssende Gurami Begrünung
Küssende Gurami Pflanze

Für Guramis ist Bepflanzung wichtig als Rückzugsorte.

Küssende Gurami Haltung

Der Küssende Gurami ist ein echtes Highlight im Aquarium – nicht nur wegen seines besonderen „Kussverhaltens“, sondern auch wegen seiner friedlichen Art und der langen Lebenserwartung. Wer sich für die Küssende Gurami Haltung entscheidet, holt sich einen exotischen Mitbewohner, der im Becken für Ruhe und faszinierende Beobachtungen sorgt. Hier die wichtigsten Vorteile:

  • Einzigartiges Verhalten: Das „Küssen“ ist ein spannendes Ritual, das jeden Aquarianer begeistert.
  • Robust & anpassungsfähig: Küssende Guramis sind pflegeleicht und tolerieren unterschiedliche Wasserwerte.
  • Friedlicher Charakter: Sie lassen sich gut mit anderen Fischen in großen Aquarien vergesellschaften.
  • Lange Lebenserwartung: Mit bis zu 10 Jahren begleiten sie dich über viele Jahre.
  • Exotisches Haustier: Mit ihrem besonderen Verhalten sind sie echte Hingucker und Gesprächsthema.

Küssende Gurami Fressen

Vergesellschaftung

Der Küssende Gurami gilt als friedlicher Fisch, der sich gut mit anderen Arten vergesellschaften lässt. Dennoch sollte man berücksichtigen, dass er durch seine Größe und sein spezielles Sozialverhalten gewisse Ansprüche hat. Das bekannte „Küssen“ zwischen Männchen ist in Wahrheit ein Rangordnungskampf, der zwar harmlos verläuft, aber kleinere oder sehr zurückhaltende Fische verunsichern kann. Deshalb ist eine Vergesellschaftung vor allem mit robusteren Arten sinnvoll.

Geeignet sind vor allem andere große, friedliche Fische wie Barben, größere Salmler, Skalare oder friedliche Welse. Sehr kleine Fische, Garnelen oder empfindliche Arten können von den Guramis bedrängt oder als Futter angesehen werden. Auch aggressive oder sehr hektische Arten sind ungeeignet, da sie die ruhige Natur des Guramis stören.

Da Küssende Guramis selbst bis zu 30 cm groß werden können, sollte die Auswahl der Mitbewohner immer an die Beckengröße angepasst sein. In großen Becken mit 300 Litern oder mehr lassen sich stabile Gemeinschaftsverhältnisse leichter aufbauen. Eine Gruppe von mindestens 4–6 küssenden Guramis ist empfehlenswert. Wichtig ist, dass genügend Platz und Rückzugsmöglichkeiten für alle Bewohner vorhanden sind, um Stress zu vermeiden.

Küssende Gurami Aquarium

Die Küssende Gurami Haltung stellt besondere Ansprüche an das Aquarium, da diese Fische deutlich größer werden als viele andere Zierfische. Mit einer Endgröße von bis zu 30 cm benötigen sie ausreichend Platz zum Schwimmen und Entfalten. Deshalb sollte das Becken mindestens 200 Liter umfassen – für eine kleine Gruppe ist ein Aquarium ab 300 Litern empfehlenswert. Je mehr Platz vorhanden ist, desto natürlicher und stressfreier können sich die Tiere verhalten.

Das Aquarium sollte mit einer sicheren Abdeckung versehen sein, da Küssende Guramis regelmäßig an die Oberfläche kommen, um mithilfe ihres Labyrinthorgans Luft zu atmen. Dabei können sie gelegentlich auch springen. Eine Kombination aus offener Schwimmfläche und bepflanzten Bereichen sorgt für ein abwechslungsreiches Umfeld. Dichte Randbepflanzungen mit robusten Pflanzen wie Vallisnerien oder Echinodorus bieten Schutz und Sichtschutz, während frei zugängliche Zonen die Möglichkeit zum ausgiebigen Schwimmen bieten.

Die Wasserwerte sind für Küssende Guramis relativ unkompliziert. Sie bevorzugen Temperaturen zwischen 22 und 28 °C, einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 und mittelhartes Wasser. Wichtig ist eine gute Filterung, die für eine hohe Wasserqualität sorgt. Starke Strömungen sollten vermieden werden, da die Fische eher ruhige Zonen bevorzugen. Besonders in großen Aquarien ist es sinnvoll, mit Strömungspumpen gezielt Zonen mit schwächerer Strömung einzurichten.

Wusstest du, dass der berühmte „Kuss“ der Küssenden Guramis gar kein Liebesbeweis ist, sondern ein Kräftemessen zwischen Männchen?

Eine flache Beleuchtung, die das Wachstum von Pflanzen unterstützt, ist ideal. Da Küssende Guramis auch gerne an Algen knabbern, profitieren sie von einem Becken, das abwechslungsreich gestaltet ist und natürliche Futterquellen bietet. Eine regelmäßige Pflege mit Wasserwechseln von 20–30 % pro Woche ist unerlässlich, um stabile Wasserwerte sicherzustellen.

Offizielle Empfehlungen und Mindestanforderungen zur Haltung exotischer Fische findest du im BMEL-Tierschutzgutachten. Wer die Ansprüche an Platz, Wasserqualität und Vergesellschaftung berücksichtigt, schafft optimale Bedingungen für ein gesundes Leben dieser faszinierenden Fische.

Küssende Gurami Futter

Die Küssende Gurami Haltung ist beim Thema Futter recht unkompliziert, denn die Tiere sind ausgesprochene Allesfresser. In der Natur ernähren sie sich von Algen, Pflanzenmaterial und kleinen Wirbellosen. Im Aquarium nehmen sie Flockenfutter, Granulat und Tabletten problemlos an, sollten aber auch regelmäßig mit Frost- oder Lebendfutter wie Mückenlarven, Artemia oder Wasserflöhen versorgt werden. Damit bleiben sie gesund, farbenfroh und zeigen ihr natürliches Verhalten.

Besonders wichtig ist das pflanzliche Futter: Guramis knabbern gerne an weichen Pflanzen und Algenaufwuchs. Um Schäden an den Aquarienpflanzen zu vermeiden, empfiehlt es sich, regelmäßig Gurken- oder Zucchinischeiben anzubieten. Auch spezielles Spirulinafutter ist eine gute Ergänzung. Durch diese abwechslungsreiche Ernährung bleibt die Verdauung im Gleichgewicht und das Immunsystem gestärkt.

Der Küssende Gurami gehört zu den Labyrinthfischen und kann atmosphärische Luft atmen – deshalb muss das Aquarium unbedingt abgedeckt sein.

Die Fütterung sollte 1–2 Mal täglich in kleinen Portionen erfolgen, die innerhalb weniger Minuten gefressen werden. In Gesellschaftsaquarien ist es sinnvoll, das Futter an mehreren Stellen einzubringen, damit sich die Guramis und ihre Mitbewohner nicht gegenseitig bedrängen. Da Küssende Guramis recht groß werden, haben sie beim Fressen eine dominante Präsenz, die man durch clevere Futterverteilung ausgleichen kann.

Küssende Gurami Becken

Pflege der küssende Gurami

Zur Pflege gehört neben der Fütterung vor allem eine konsequente Wasserhygiene. Wöchentliche Wasserwechsel von 20–30 % sind Pflicht, um Nitrat und Phosphat niedrig zu halten. Auch die Filterung sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Pflanzenreste oder nicht gefressenes Futter müssen entfernt werden, um Wasserbelastung zu vermeiden. Bei guter Pflege können Küssende Guramis viele Jahre gesund im Aquarium leben und mit ihrem einzigartigen Verhalten begeistern.

Rechtliches der küssende Gurami Haltung

Die Küssende Gurami Haltung ist in Deutschland und den meisten europäischen Ländern rechtlich unproblematisch. Die Art Helostoma temminckii steht nicht unter dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) und fällt auch nicht unter spezielle Gefahrtierverordnungen. Das bedeutet: Es gibt keine Meldepflicht und keine Genehmigungspflicht für die Haltung.

Dennoch gilt auch für Küssende Guramis das deutsche Tierschutzgesetz (§ 2 TierSchG). Dieses schreibt vor, dass Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden müssen. Dazu gehören ein ausreichend großes Aquarium, passende Wasserwerte und eine artgerechte Vergesellschaftung. Wer diese Grundsätze beachtet, erfüllt die rechtlichen Vorgaben und bietet seinen Fischen ein gesundes Leben.

Küssende Gurami kaufen

Wenn du einen Küssenden Gurami kaufen möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten. Am weitesten verbreitet ist der Kauf im Zoofachhandel, der oft Jungtiere im Sortiment hat. Noch besser ist es, sich an spezialisierte Aquaristikgeschäfte oder erfahrene Züchter zu wenden. Dort bekommst du gesunde Tiere und oft wertvolle Tipps zur Eingewöhnung.

Beim Kauf solltest du auf seriöse Bezugsquellen achten. Besonders beim Online-Versand von Lebendfischen ist sicherzustellen, dass der Transport tierschutzgerecht erfolgt. Seriöse Anbieter setzen auf Overnight-Express mit spezieller Verpackung, sodass die Tiere schnell und sicher beim Käufer ankommen.

Worauf beim Kauf achten?

  • Gesundheit: Achte auf kräftige, aktive Tiere ohne Verletzungen oder trübe Augen.
  • Größe: Jungtiere sind einfacher einzugewöhnen, während ausgewachsene Tiere oft sensibler auf neue Bedingungen reagieren.
  • Herkunft: Nachzuchten sind Wildfängen vorzuziehen – sie sind robuster und belasten die natürlichen Bestände nicht.
  • Transport: Nur Anbieter wählen, die tierschutzgerechten Versand mit spezieller Verpackung und schneller Lieferung garantieren.

Fazit: Egal ob du deinen Küssenden Gurami im Geschäft, beim Züchter oder online bestellst – entscheidend ist, dass das Tier aus gesunder Haltung stammt und das Aquarium bereits vorbereitet ist, wenn es ankommt. So gelingt der Einstieg in die Küssender Gurami Haltung problemlos.

Zucht

Die Zucht des Küssenden Gurami ist anspruchsvoll und gelingt nur in sehr großen Aquarien. In der Natur legen die Weibchen mehrere tausend Eier an der Wasseroberfläche ab, die dann frei im Wasser treiben. Im Aquarium geschieht dies ebenfalls, wenn die Bedingungen stimmen: warmes Wasser (26–28 °C), weiches bis mittelhartes Wasser und eine dichte Bepflanzung oder Schwimmpflanzen, die den Tieren Sicherheit geben.

Nach der Eiablage übernehmen die Eltern keine Brutpflege, daher sollten die Eier in ein separates Aufzuchtbecken überführt werden, um ein Gefressenwerden zu verhindern. Die winzigen Larven schlüpfen nach etwa 24 Stunden und beginnen nach 3–4 Tagen frei zu schwimmen. In dieser Phase benötigen sie sehr feines Futter wie Infusorien oder frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.

Mit einer Lebenserwartung von bis zu 10 Jahren sind Küssende Guramis treue Begleiter und deutlich langlebiger als viele andere Zierfische.

Die Aufzucht der Jungfische ist mit hohem Aufwand verbunden, da sie in den ersten Wochen mehrmals täglich gefüttert werden müssen. Zudem ist es wichtig, das Wasser regelmäßig zu wechseln, um eine stabile Wasserqualität zu gewährleisten. Erst nach einigen Monaten sind die Jungtiere kräftig genug, um in größere Becken umgesetzt zu werden.

Hinweis: Für Hobbyhalter lohnt sich die Zucht oft weniger, da der Platzbedarf und der Aufwand erheblich sind. Für erfahrene Aquarianer kann sie jedoch ein spannendes Projekt darstellen und helfen, die Nachfrage nach Wildfängen zu reduzieren.

Buchempfehlungen

Für alle, die sich tiefer mit der Küssender Gurami Haltung und der Pflege von Zierfischen beschäftigen möchten, lohnt sich ein Blick in die Fachliteratur. Diese Bücher bieten wertvolle Tipps für Einsteiger wie auch für erfahrene Aquarianer:


Aquarienfische: 500 Arten im Porträt von Ulrich Schliewen. Ein Nachschlagewerk mit vielen Fischarten, darunter auch Labyrinthfische wie der Küssende Gurami.

Fisch-Fibel: Die besten Aquarienfische für Einsteiger von Frank Schäfer hält viele Informationen für Aquarianer bereit.

Video

Im Video wird erklärt, wie man den Küssenden Gurami artgerecht hält – von Wasserwerten und Aquariumgröße über Fütterung bis hin zur Vergesellschaftung.

Zusammenfassung

Die Küssende Gurami Haltung ist eine spannende Bereicherung für jedes große Aquarium. Mit ihrem einzigartigen „Kussverhalten“, friedlichem Charakter und ihrer Anpassungsfähigkeit zählen sie zu den faszinierendsten Labyrinthfischen überhaupt. Wichtig sind ein ausreichend großes Becken, abwechslungsreiche Ernährung und eine durchdachte Vergesellschaftung. Wer diese Grundregeln beachtet, hat mit dem Küssenden Gurami ein pflegeleichtes und langlebiges exotisches Haustier, das viele Jahre Freude bereitet.

Wenn dich die Küssende Gurami Haltung begeistert, könnten dich auch andere exotische Tiere interessieren. Erfahre mehr über die Diskusfisch Haltung oder entdecke, warum die Axolotl Haltung ebenfalls ein spannendes Abenteuer für Aquarianer ist.

FAQ

Wieviel kostet ein Küssender Gurami?

Ein Küssender Gurami kostet im Handel meist zwischen 10 und 20 Euro. Hinzu kommen Anschaffungskosten für Aquarium und Technik von etwa 200–400 Euro.

Wo kann ich Küssende Guramis kaufen?

Küssende Guramis sind in vielen Zoofachhandlungen erhältlich. Alternativ findest du sie auch bei spezialisierten Aquaristik-Shops, Züchtern oder im Online-Versand mit tierschutzgerechtem Transport.

Wie groß wird ein Küssender Gurami?

Im Aquarium erreichen die Tiere meist eine Größe von 15–20 cm. In besonders großen Becken können sie aber bis zu 30 cm lang werden.

Wie alt wird ein Küssender Gurami?

Die Lebenserwartung liegt bei 8–10 Jahren, wenn sie artgerecht gehalten und mit abwechslungsreichem Futter versorgt werden. Damit sind sie langlebige Aquarienbewohner.

Kann man Küssende Guramis in Gruppen halten?

Ja, Küssende Guramis sind gesellige Fische und sollten nicht einzeln gehalten werden. Am wohlsten fühlen sie sich in einer kleinen Gruppe von 4–6 Tieren.

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